Zur Bedeutung des Körpers

Es ist unbestritten, dass Körper und Psyche in einem engen und komplexen Zusammenhang stehen. Viele Therapieformen orientieren sich in erster Linie aber nur an der Psyche (Seele und Geist), auch der Kommunikation. Aber am Körper?

In der heutigen kopflastigen Gesellschaft laufen wir Gefahr, den Körper bzw. das SPÜREN in den Körper, zu verlernen. Dabei zeigt er häufig als wegweisender Kompass über körperliche Auffälligkeiten, z.B. feuchte Hände, ein verspannter Rücken, hippelige Füße etc., eine heiße Spur auf. Was will uns der Körper damit sagen?

Während unser Verstand manipulierbar und vergesslich ist, unser Gehirn in unseren ersten Lebensjahren noch zu unreif ist, um prägende Erlebnisse zu speichern, kennt unser Körper auch jene erste Zeit, die in unserem Nervensystem gespeichert ist.

Unser Nervensystem ist permanent dabei, unser Überleben zu sichern bzw. unser Inneres auf das Äußere abzustimmen, auch wenn wir dies in der Regel gar nicht mehr bewusst registrieren. Denn eigentlich sind wir nur Säugetiere, die im Stress- und Überlebensmodus ganz schnell aus dem “Kopf” in den Körper geholt werden, nämlich dann, wenn der Sympathikus (Teil des Gehirns) die Führung übernimmt und unser Körper in Kampfbereitschaft versetzt, je nach Situation auch zur Flucht aktiviert oder uns in die Erstarrung (z. B. über Verstummen) zieht. Kleinste Trigger können uns dann plötzlich “verändern”, weil der Körper die Führung übernahm.

 

Vielleicht kennen Sie das ja? Erfreulich ist, dass man all dem auf verschiedene Weise entgegen wirken kann – mit mehr Bewusstheit, dem Erarbeiten der Lebensthemen, und Körperarbeit, wie sie z.B. unter dem Punkt “Somatic Experiencing” beschrieben ist.